Unsere Reise mit

HYDRA II

Menschen

 

Sara und Paddy von der Phronesis

 

Harbour Happy

 

Zwei Südafrikaner, die seit nunmehr 35 Jahren jeden Sommer zum Segeln in die Ägäis kommen!
Die beiden legten in Shinoussa direkt neben uns an, wir waren schon an Vortag angekommen. Draußen hat's ganz ordentlich geblasen, Bettina sagte noch zu Paddy: "Tough day?". Worauf Paddy antwortete: "Nice Sailing". Da hatte es bestimmt 7 Beaufort! Ein Südafrikaner ist da scheinbar mehr gewohnt.
Von den beiden lernten wir den Begriff "Harbour happy" kennen und lieben. Und wir waren eine Woche in Shinoussa ausgesprochen happy zusammen.
Tagsüber trafen wir uns alle vier im einzigen Cafe mit Internet oder die "Mädels" gingen zusammen schwimmen. Bettina lernte von Sara wie man Seeigel isst und zwar gleich im Wasser. Dazu muss man erst mal wissen, dass man nur die Weibchen bzw. deren Eier essen kann. Die Weibchen erkennt man daran, dass sie heller sind und sich immer mit Gras oder ähnlichem umwickeln. Paddy zog Klaus mehrfach zu Rate in Sachen Schiffstechnik und es gab immer was zu basteln für die zwei. Abends gab's mal hüben mal drüben den Sundowner mit angeregten Gesprächen. Zu erzählen hatten wir uns immer was.
Die kulinarische Krönung war Sara's neuseeländische Lammkeule kombiniert mit der letzten Flasche australischen Rotwein, der in Hydras Tiefen noch aufzutreiben war. Der ganze Abend war ein Genuss der Sinne.
Im Grunde waren wir alle froh, dass die Windvorhersage weiter 8 Beaufort meldetet. Solange gab es keinen Grund unsere Harbour Happiness aufzugeben. Nach einer Woche war es dann aber doch so weit. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Milos, denn trennen wollten wir uns noch nicht. Wir ankerten vor Kimolos und am nächsten Morgen gab es noch ein letztes Abschiedsfrühstück auf Milos. Hier trennten sich unsere Weg endgültig. Wir wollten ja gen Westen also Richtung Peloponnes und die beiden wollten Richtung Porto Heli. Nachdem wir abgelegt hatten war es recht still und traurig auf Hydra. So fühlt sich das also an, was so viele Segler beschreiben, wenn man neu gewonnene Freunde verabschiedet. Und Freunde waren wir geworden in der Woche.
Aber zum Glück spielt das Leben ja manchmal anders als man denkt. Wir blieben mit Sara und Paddy in SMS-Kontakt und stellten auf unserem Weg von Monemvasia nach Poros fest, dass die zwei wieder mal ganz in unserer Nähe sind. Großes Wiedersehen in der Bucht von Dokos mit gemeinsamen Mittagessen. Wir blieben nicht uber Nacht in der Bucht, da sie uns Anker technisch nicht sicher genug erschien. Noch so ein Erlebnis wie in Kythnos wollten wir vermeiden, kamen aber nächsten Tag noch mal zum Kaffee rüber. Aber auch das war noch nicht der letzte Abschied. Es gab noch mal ein Treffen am Kap Sunion. Diesmal war auch Winnie, Klaus Bruder, mit von der Partie.
Wir hoffen sehr, dass wir die beiden dieses Jahr noch mal treffen. Wie gesagt sie segeln seit 35 Jahre in der Ägäis. Früher natürlich auch mit den Kindern. Die Tochter erklärte übrigens im zarten Alter von vier Jahren ihrer Mutter: "Wenn ich groß bin, möchte ich eine schwarz gekleidete, griechische Granny sein. Dann kann ich tun, was ich will und überall alleine hingehen." Das hat sie gut erkannt, in der Tat haben die alten griechischen Jajas - die Grannys - einen Status, der sie vieler gesellschaftlicher Reglements enthebt. Aber ich schätze die Kleine wurde auch so nicht mit all zu vielen dieser gesellschaftlichen Regeln konfrontiert. Ihre Mutter, Sara, macht einen eher unkonventionellen Eindruck. Eigentlich ist sie Psychologin, aber das ist nicht ihr einziges Betätigunsfeld. Sie schreibt Kinderbücher, arbeitet viel ehrenamtlich für wohltätige Zwecke und begeleitet ihren Mann auf seinen Reisen. Paddy ist Professor für Führungspsychologie an der IESE Business School der Universität Navara/Barcelona. Als wir ihn kennelernten war er gerade im Sabbatical um ein Buch zu schreiben. Er war sehr interessiert daran, von Bettina zu erfahren, wie die Mitarbeiter bei Siemens zu den Korruptionsthemen stehen und wie sich das auf die Unternehmenskultur auswirkt.
Mit beiden gäbe es also mehr als genug Gesprächsstoff für weitere Treffen.

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